Tanja

Geht achtsam mit Euch selbst und anderen um!

Achtsamkeit und Respekt sind mir sehr wichtig. Seit 27 Jahren arbeite ich in der Psychiatrie – 24 Jahre davon auf einer geschützten (geschlossenen) Station. Ich war dort zuletzt so etwas wie die Mutter der Station. Die hohe Arbeitsbelastung schweißt zusammen. Man unterstützt sich, wo man kann und passt gut aufeinander auf. Vor drei Jahren wechselte ich auf eine offene Station. Hier ist mehr Raum für Achtsamkeit mir selbst und den Patienten gegenüber. Das möchte ich nicht mehr missen. 
Ich bin in Köln geboren und groß geworden. Lange war ich überzeugt davon: Niemand bekommt mich da weg. Das änderte sich. Ich wollte, dass mein Sohn behütet aufwachsen kann. Vor knapp 20 Jahren ließ ich die Anonymität der Großstadt hinter mir und zog nach Rommerskirchen. Ich bereue es keinen Tag. Hier ist meine Heimat - hier entschleunige ich. Es klingt verrückt, aber die Rübe am Kreisverkehr zu sehen, fühlt sich für mich an, wie für den Kölner der Anblick des Doms von der Zoobrücke aus.
Meine zweite Heimat ist der Fußballplatz. Aufgewachsen in einer fußballbegeisterten Familie, entdeckte auch mein Sohn mit vier Jahren diese Leidenschaft. Ich übernahm mehr und mehr Aufgaben in der Jugendabteilung der SG Rommerskirchen. Heute – mein Sohn ist erwachsen und spielt schon lange nicht mehr Fußball - koordiniere ich die Spiele von zehn Jugendmannschaften und plane die Turniere. Und wenn sonst was ansteht – wie zuletzt die Ausrichtung der Disc Dog Challenge – helfe ich natürlich mit. 
Für Rommerskirchen wünsche ich mir, dass die Traditionen erhalten bleiben. Und eine engere Taktung der Bahn auch in den Abendstunden wäre toll. Nur dann könnte ich als Schichtdienstlerin auch mal aufs Auto verzichten.