Natascha

Toleranz!

Mit meinen Tattoos falle ich auf. Negative Kommentare höre ich selten, ernte höchstens kritische Blicke. Damit muss ich rechnen, wenn ich mich extrem präsentiere. Menschen wie ich irritieren - vor allem auch durch den Kontrast zwischen provokantem Äußeren und freundlichem Wesen. Dadurch wird die Macht der Vorurteile erfahrbar. Toleranz ist für mich ein sehr hohes Gut. Ich trage dazu bei, dass sich die Menschen in Toleranz üben können – auch hier in Rommerskirchen. 

Nach einigen Berufsjahren als Zahnarzthelferin war es Zeit für etwas Eigenes und Kreatives. Zum Tätowieren bin ich über eine Freundin gekommen, die ein eigenes Studio hat. Ich habe mir alles selbst beigebracht und meinen eigenen Stil entwickelt. Es erfüllt mich mit Stolz, wenn ich meine Kreativität auf einem so dauerhaften Medium wie der Haut verewigen kann. Es ist gleichzeitig eine hohe Verantwortung. Ich kenne meine Grenzen.  Meine älteste Kundin war 80 Jahre alt und ließ sich ihr erstes Tattoo stechen. Das sind besondere Momente. Tattoos von mir findet man in Amerika und anderen Ländern, wenn Menschen während eines Deutschlandbesuchs den Weg zu mir fanden. 

Ich lebe seit 11 Jahren in Rommerskirchen. Die Liebe hat mich zunächst nach Sinsteden verschlagen, später kaufte ich mit meinem Mann ein Haus in Vanikum. Der Blick reicht über Felder bis zum Rommerskirchener Kirchturm. Hier fühle ich mich wohl, habe meine Ruhe. Kreative Schaffenspausen sind für mich sehr wichtig, damit ich einen guten Job machen kann. Ich fahre häufiger in den Urlaub als andere Menschen. Einmal im Jahr fahre ich nach Thailand – das ist ein Muss. Dort unterstütze ich ein Tierheim. 

Rommerskirchen ist eine sehr aktive Gemeinde mit hilfsbereiten Menschen, die zusammenhalten. Ich wünsche mir, dass sich die Menschen mit viel Respekt und Freundlichkeit begegnen.