Marco

Unterstützt das Vereinsleben!

Vereine beleben unsere Gemeinde. Sie organisieren Feste und den Zusammenhalt. Neuzugezogene könnten sich mehr in die Vereine einbringen. Neue Gesprächsthemen und Ideen sind den meisten Vereinsmitgliedern willkommen. 
Vor 7 Jahren erblindete ich. Ich war 19 Jahre alt, hatte gerade meine Ausbildung zum IT-Systemadministrator begonnen. Bei der Einstellungsuntersuchung waren es 125% Sehkraft - ein halbes Jahr später noch 6%. Mein schwarzer Humor und mein soziales Netz hier im Dorf helfen mir bis heute. Ich versuche an Dingen festzuhalten, die mir im Leben vor der Erblindung wichtig waren, und mich auf Veränderung einzulassen, wo es die Behinderung erfordert. Früher spielte ich aktiv Fußball, heute laufe ich mit Freunden zusammen – letztes Jahr sogar einen Halbmarathon. Als FC-Fan gehe ich gerne ins Stadion. Dort gibt es Sitzplätze für Blinde. Das Spiel wird live kommentiert und über Headset übertragen. Meine Leidenschaft für Fußball brachte mich auch zum Blindenfußball. Der Sport braucht viel Mut und Risikofreude – blaue Flecken gehören dazu. 
In der Zeit der beruflichen Reha in Düren und Marburg bin ich in Kontakt mit vielen sehbehinderten und blinden Menschen gekommen. Darunter waren nicht nur schöne Begegnungen, einige Male hat es geknallt. Ich erlebe Unsicherheit aber auch Ignoranz im Umgang mit meiner Behinderung. Manchmal fangen Menschen an zu schreien und ich muss ihnen erklären, dass ich blind aber nicht taub bin. 
Rommerskirchens Ampelanlagen wurden längst auf den Bedarf von Blinden angepasst. Das erleichtert mir das Leben hier in Frixheim sehr. Ich fahre mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit bei der Stadt Köln. Dort gibt es Kreuzungen, die für Blinde allein nicht passierbar sind. 
Für die Rommerskirchener Jugend wünsche ich mir eine bessere Anbindung an Neuss - das sollte nicht so schwer sein - und eine gute Diskothek in erreichbarer Nähe.