Angelika

Auch wir werden mal alt!

Mich um ältere Menschen kümmern – das wollte ich schon, als ich die Schule beendet hatte. Altenpflegerin konnte ich damals nicht werden. Aber als Verkäuferin pflegte ich immer ein besonders herzliches Verhältnis zu den älteren Kunden. Später pflegte ich Familienangehörige. 
Seit vier Jahren engagiere ich mich im Seniorencafe´ in Butzheim. Ich liebe die Arbeit für Senioren. Einmal im Monat laden wir in die Begegnungsstätte ein. Das Angebot spricht sich rum. Einzelne kommen auch aus Stommeln, Anstel und Frixheim. Besonders stolz sind wir auf unsere immer neuen, kreativen Dekorationen. Wir sorgen für Abwechslung und ein Gefühl des Willkommenseins. Das brauchen ältere Menschen. 
Vor 28 Jahren lernte ich meinen Mann kennen. Ich bin in Grevenbroich groß geworden. Die Familie meines Mannes war nach Rommerskirchen umgesiedelt, nachdem ihre Heimat dem Tagebau zum Opfer fiel. Als er mich das erste Mal mit nach Hause nahm, war ich schockiert. Sie wohnten mitten im Feld auf einem Hof. Für mich damals undenkbar dort zu wohnen, änderte sich meine Einstellung. Ich verstand mich mit meinen Schwiegereltern bestens. Mein Mann war Einzelkind. Es war klar – früher oder später werden wir uns kümmern. So entschloss ich mich, zu ihnen zu ziehen. Und ich bereue keinen einzigen Tag! Ich liebe es, hier zu leben. Meine Kinder konnten hier frei aufwachsen.
Die Kinder, meine Offenheit und mein Humor haben mir Türen geöffnet. Ich stehe seit 1998 bis heute jedes Jahr in der Karnevalsbütt der Katholischen Frauengemeinschaft Anstel. 
Ältere Menschen sollten mehr Beachtung finden. Sie brauchen das Gefühl von Sicherheit und Zuwendung. Ein Einkaufsservice für sie wäre eine tolle Sache. Aber auch die Bedürfnisse der Jugend sind wichtig. Die Jugendsprechstunden des Bürgermeisters sind ein guter Anfang.